Verborgene Kulturräume – urbane Naturräume

Verborgene Kulturräume – urbane Naturräume Erstellt von Elke Vaihinger |

Hannovers Friedhöfe als Zeugnisse der Architektur-, Kultur- und Sozialgeschichte, mit Dr. Peter Schulze

Kriegszerstörungen und Wiederaufbau haben das Erscheinungsbild von Städten und Gemeinden tiefgreifend verändert, vielerorts sogar die Konturen einer wahrnehmbaren, historisch gewachsenen Stadtentwicklung zum Verschwinden gebracht. In einer Großstadt wie Hannover gibt es heute nur noch wenige Kultur- und Naturräume, in denen die Geschichte der vergangenen 150 Jahre unmittelbar erfahren werden kann. In diesem Kontext sind Friedhöfe, weit über ihre primäre Funktion als Begräbnisstätten hinaus, einzigartige Refugien im verdichteten städtischen Raum, die bei näherer Betrachtung vielfältige Informationen über Architektur-, Politik-, Geistes- und Zeitgeschichte vermitteln.

Drei Führungen mit dem Historiker Dr. Peter Schulze über die Friedhöfe Engesohde, Stöcken und Seelhorst ermöglichen Einblicke in die vielfältigen Aspekte des Wandels der Bestattungskultur: Ältere Gräberquartiere und Denksteine, Mausoleen und Kolumbarien lassen die Friedhöfe zu historischen Orten werden. Im Vergleich mit jüngeren Gräberreihen und Grabstätten geben sie Auskunft über Veränderungen im Umgang mit Tod und Totengedenken. Zugleich vermitteln die Rundgänge beispielhafte Einblicke in die Zeitgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Stadtfriedhof Engesohde

Der Stadtfriedhof Engesohde wurde in der hannoverschen Südstadt 1864 als kommunaler "Zentralfriedhof" eingerichtet, um die Schließung alter innerstädtischer Begräbnisplätze zu ermöglichen. Bestattungen erfolgten in Reihengräbern, Erbbegräbnissen und Grabgewölben. Seit 1902 wurden die Gräberquartiere neugestaltet; dort finden sich neben älteren Denksteinen zahlreiche qualitätsvolle Grabmäler in modernen Formen.
Samstag, 12.06.2021, 15:00-17:15 Uhr
Treffpunkt: Haupteingang Orli-Wald-Allee 2, Stadtbahnlinien 1, 2, 8 (Station Altenbekener Damm)

Stadtfriedhof Stöcken

Der Stadtfriedhof Stöcken wurde 1891 als neuer städtischer Hauptfriedhof angelegt. Zu den Besonderheiten des Friedhofs zählen Alleenwege und Urneninsel, Grabarchitektur aus älterer Zeit, Abteilungen für Kriegstote beider Weltkriege, das Gräberfeld für Muslime (seit 1989) und die 2005 eingerichtete "Kindergedenkstätte".
Samstag, 26.06.2021, 15:00-17:15 Uhr
'Treffpunkt: Haupteingang Stöckener Straße 68, Stadtbahnlinien 4 und 5 (Station Stadtfriedhof Stöcken)

Stadtfriedhof Seelhorst

Der Stadtfriedhof Seelhorst ist seit 1920 der größte städtische Friedhof. Vom Portal des ursprünglichen Haupteingangs führt eine vierreihige Allee zum Zentralbau mit Kapellen und Krematorium. Bemerkenswert sind die Gräberfelder mit "Reformgrabmalen", die Ehrenanlagen für Kriegstote, KZ-Häftlinge und Kinder von Zwangsarbeiterinnen sowie die Waldgrababteilung (seit 2005).
Samstag, 10.07.2021, 15:00-17:15 Uhr
Treffpunkt: Alter Haupteingang Hoher Weg, Buslinien 123, 128 (Haltestelle Hoher Weg)


Die Spaziergänge auf den Friedhöfen können auch einzeln zum Preis von jeweils 12,00 € gebucht werden.
Bitte geben Sie bei Ihrer Anmeldung die gewünschten Friedhöfe an.

Eine gemeinsame Veranstaltung der VHS Langenhagen, VHS Calenberger Land und VHS Ostkreis Hannover.


Titelbild: Dr. Peter Schulze

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